Senior-Beratungsgespräch zu Business Central und ERP bei DGP

Was ist der Agent Designer in Business Central?

Der Agent Designer macht das Bauen eigener Agenten einfach. Die eigentliche Arbeit liegt davor, nicht in der Technik.

Frank Maier·Zuletzt aktualisiert: 09.09.2026

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BC Agents & KI

Der Agent Designer ist die No-Code-Ebene in Business Central, mit der Sie eigene KI-Agenten für Ihre Abläufe konfigurieren, ohne zu programmieren. Sie beschreiben eine Aufgabe, definieren Auslöser, Schritte und Grenzen, und der Agent führt sie im System aus. Das ist kein Entwicklungsprojekt, sondern Konfiguration. Die Technik ist damit die kleinere Hürde. Die eigentliche Arbeit liegt davor: klare Regeln, ein definierter Prozess und eine saubere Datenbasis, auf der der Agent überhaupt verlässlich handeln kann. Weil es einfach aussieht, wird genau dieser Teil gern übersprungen: nach welchen Regeln der Agent entscheiden darf, wo seine Grenze liegt und wer eingreift, wenn ein Fall außerhalb der Regel fällt. Diese drei Festlegungen sind keine Technik, sondern eine Entscheidung über Verantwortung. Wer sie nicht in drei Sätzen aufschreiben kann, hat den Prozess noch nicht geklärt.

Für welche Abläufe sich ein eigener Agent lohnt
KriteriumGeeignetUngeeignet
Wiederholungkehrt regelmäßig wiederEinzelfall oder Sonderlage
Regelnklar und vorab formulierbarunklar oder Ermessenssache
Ausnahmenwenige, klar abgegrenztviele, jede anders
Datengrundlagesauber und eindeutigwidersprüchlich oder lückenhaft
Typische BeispieleBenachrichtigungen, Prüfungen, BerichtsläufeAbläufe, bei denen die Vorarbeit fehlt

Was leistet der Agent Designer?

Sie beschreiben eine Aufgabe, definieren Auslöser, Schritte und Grenzen, und der Agent führt sie in Business Central aus. Das ist kein Entwicklungsprojekt, sondern Konfiguration. Genau darin liegt die Chance, aber auch das Missverständnis, das in der Praxis am häufigsten teuer wird.

Weil es einfach aussieht, wird der schwierige Teil gern übersprungen: die Frage, nach welchen Regeln der Agent entscheiden darf, wo seine Grenze liegt und wer eingreift, wenn ein Fall außerhalb der Regel fällt. Diese drei Festlegungen sind keine Technik, sondern eine Entscheidung über Verantwortung.

Praktisch heißt das: Bevor Sie den ersten Agenten konfigurieren, schreiben Sie in drei Sätzen auf, was er darf, was er nicht darf und wer den Ausnahmefall bearbeitet. Wer das nicht in drei Sätzen kann, hat den Prozess noch nicht geklärt, und dann ist der Agent das falsche nächste Werkzeug.

Stand September 2026: Vorschau, Freigabe, Kosten

Der Agent Designer ist seit dem 6. Februar 2026 als öffentliche Vorschau in Business Central online verfügbar. Die allgemeine Verfügbarkeit hat Microsoft im Release Plan für Oktober 2026 angesetzt, mit dem üblichen Vorbehalt, dass sich Termine verschieben können. Eigene Agenten verbrauchen wie Sales Order Agent und Payables Agent Copilot Credits, die Abrechnungssätze für selbst gebaute Agenten hat Microsoft noch nicht veröffentlicht. Agentendefinitionen lassen sich als Datei exportieren und zwischen Sandbox-Umgebungen verschieben. Was das für Ihr Budget heißt, steht in Was kostet Copilot in Business Central?

Warum kommen Governance und Datenbasis zuerst?

  • Governance zuerst: Ein Agent ohne klare Regeln automatisiert Ihre Unklarheit. Bevor Sie konfigurieren, gehört festgelegt, welche Entscheidung der Agent treffen darf und welche zwingend beim Menschen bleibt.
  • Datenbasis zuerst: Der Agent liest und schreibt auf Ihren Stammdaten. Sind die uneindeutig, wird der Agent nicht vorsichtiger, er skaliert die Unklarheit.

Quelle: Microsoft Learn: Configure Copilot and agent capabilities

KI ohne Hype heißt hier: Der Agent Designer macht das Bauen einfach, nicht das Verantworten. Das Verantworten bleibt eine Steuerungsaufgabe auf Ihrer Seite, und sie lässt sich nicht in die Konfiguration verschieben. Microsoft stellt die Steuerungsmöglichkeiten bereit, die Regeln setzen müssen Sie.

Bevor Sie eigene Agenten bauen, lohnt der Blick auf Regeln und Datenbasis. Genau das klären wir im Gespräch. Die Steuerung bleibt auf Ihrer Seite, mit Business Central als Heimat.

So sieht ein fertiger Agent im Alltag aus: Vorschlag im System, Freigabe beim Menschen.

“

Ein Agent ohne klare Regeln automatisiert nicht Ihre Arbeit, er automatisiert Ihre Unklarheit.

Frank Maier, Gründer von DGP

Häufige Fragen

Kurz nachgefragt

Braucht man für den Agent Designer in Business Central Programmierkenntnisse?

Nein, der Agent Designer arbeitet ohne Code. Die eigentliche Anforderung ist nicht technisch, sondern liegt in klaren Regeln, einem definierten Prozess und einer sauberen Datenbasis.

Wann ist der Agent Designer allgemein verfügbar?

Laut Microsofts Release Plan im Oktober 2026, nach der öffentlichen Vorschau seit Februar 2026. Termine im Release Plan können sich verschieben. Bis zur Freigabe eignet sich die Vorschau für Prototypen in einer Sandbox, nicht für den Produktivbetrieb.

Was ist die größte Hürde beim eigenen KI-Agenten in Business Central?

Nicht die Technik, sondern Governance: festzulegen, welche Entscheidungen der Agent treffen darf, wo seine Grenze liegt und wer eingreift, wenn ein Fall außerhalb der Regel liegt.

Für welche Prozesse lohnt sich ein eigener Agent zuerst?

Für wiederkehrende, regelbasierte Abläufe mit klarer Datengrundlage: Benachrichtigungen, Prüfungen, Berichtsläufe. Ungeeignet sind Prozesse mit vielen Ausnahmen oder unklaren Regeln, dort scheitert nicht der Agent, sondern die Vorarbeit.

Welche Vorteile bringt der Agent Designer konkret?

Drei: Er senkt die Einstiegshürde, weil Fachanwender Agenten im Web-Client beschreiben statt programmieren. Die Agenten arbeiten im System selbst, mit denselben Berechtigungen, Daten und Prozessen wie die Anwender. Und Automatisierung wird schrittweise möglich, ein Prozess nach dem anderen, ohne Integrationsprojekt. Voraussetzung bleibt eine Datenbasis, die die Entscheidungen trägt.

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