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Senior-geführte Antwort · KI

Gibt es KI für Business Central On-Premises und Dynamics NAV?

Microsofts Copilot und Agenten gibt es nur online. Was On-Premises trotzdem geht, was es kostet und wann der Umstieg der bessere Weg ist.

Frank Maier·Zuletzt aktualisiert: 09.09.2026

Copilot, die KI-Agenten, der Agent Designer und der MCP-Server von Business Central laufen ausschließlich in Business Central online. Für On-Premises-Installationen und für Dynamics NAV liefert Microsoft keine dieser Funktionen nach, auch nicht gegen Aufpreis. Was On-Premises geht, sind eigene oder zugekaufte Erweiterungen, die externe KI-Dienste über Schnittstellen anbinden: für Belegerfassung, Textvorschläge oder Auswertungen. Das funktioniert, kostet aber eigenen Betrieb, eigene Wartung und eigene Verantwortung. Die Entscheidung lautet deshalb selten „KI ja oder nein“, sondern „KI als Insel oder als Teil des Cloud-Wegs“. In beiden Fällen beginnt sie mit derselben Aufgabe: einer Datenbasis, die trägt.

Was Microsoft nur online liefert

Microsoft beantwortet die Frage in der eigenen Copilot-Übersicht eindeutig: Copilot ist Business Central online vorbehalten und für andere Betriebsarten wie On-Premises oder private Cloud nicht verfügbar. Das gilt für alle Bausteine der KI-Schicht:

  • Copilot-Funktionen im Alltag: Chat, Analyse in Alltagssprache, Feldvorschläge, Marketingtexte, Bankabstimmung, Zuordnung von E-Rechnungen.
  • Die Agenten: Sales Order Agent, Payables Agent und Expense Agent.
  • Der Agent Designer für eigene Agenten ohne Programmierung.
  • Der MCP-Server, über den externe KI-Werkzeuge kontrolliert auf Business Central zugreifen.

Der Grund ist die Architektur: Diese Funktionen laufen auf Microsofts KI-Diensten und werden über Copilot Credits abgerechnet, beides ist an den Online-Mandanten gebunden. Eine On-Premises-Installation hat diesen Anschluss nicht, und Microsoft hat nicht angekündigt, ihn nachzurüsten.

Was On-Premises trotzdem geht

On-Premises ist nicht KI-frei, aber KI ist dort eine Erweiterung, keine Eigenschaft des Systems. Drei Wege sind gängig:

  1. Eigene Erweiterung mit externem KI-Dienst: Eine Extension ruft einen Sprachmodell-Dienst in Ihrer eigenen Cloud auf, etwa für Belegtexte, Klassifizierung oder Zusammenfassungen. Sie kontrollieren Modell, Daten und Kosten, Sie tragen aber auch Entwicklung, Betrieb und die Anpassung bei jedem Business-Central-Update.
  2. Partnerlösungen für On-Premises: Einige Softwarehersteller bieten KI-Agenten und Belegerkennung an, die auch mit On-Premises-Installationen und älteren Versionen arbeiten, meist als Abo mit festen Kosten je Agent oder Nutzer. Das ist der schnellste Weg, bindet aber an einen weiteren Hersteller und dessen Update-Takt.
  3. KI außerhalb des ERP: Auswertungen und Assistenten in Microsoft 365 oder der Power Platform greifen über Schnittstellen auf Ihre Daten zu, ohne dass Business Central selbst KI-Funktionen braucht. Gut für Berichte und Wissensfragen, ungeeignet für alles, was im ERP buchen oder Belege anlegen soll.

Bei allen drei Wegen gilt: Die Verantwortung für das, was die KI anlegt oder vorschlägt, liegt bei Ihnen, nicht bei Microsoft. Wer eingreift, wenn ein Vorschlag falsch ist, muss vor dem ersten Einsatz benannt sein. Wie diese Rollen aussehen, steht in Wer ist verantwortlich, wenn KI im ERP Fehler macht?

Was es kostet, ehrlich gerechnet

Online zahlen Sie Verbrauch: Der Sales Order Agent liegt bei rund 14 Copilot Credits je typischem Auftrag, ein Paket mit 25.000 Credits kostet 200 US-Dollar im Monat. On-Premises zahlen Sie stattdessen Fixkosten: Entwicklung oder Lizenz der Erweiterung, den KI-Dienst nach Verbrauch, den Betrieb, und bei jedem Versionswechsel die Prüfung, ob alles noch zusammenpasst. Dazu kommt der Aufwand, den es online gar nicht gibt: die Anbindung selbst.

Für ein einzelnes, klar begrenztes Einsatzfeld kann die On-Premises-Lösung trotzdem günstiger sein, etwa Belegerkennung im Einkauf. Sobald mehrere Felder dazukommen, kippt die Rechnung, weil jede Anbindung einzeln gebaut und gepflegt wird, während online jede neue Funktion mit dem Update kommt. Die vollständige Kostenlogik steht in Was kostet Copilot in Business Central?

Dynamics NAV: was realistisch ist

Für Dynamics NAV gibt es keine KI-Funktionen von Microsoft, und es werden keine mehr kommen. Was geht, sind dieselben Erweiterungswege wie On-Premises, nur mit älterer Technik und kleinerem Anbieterkreis. Jede Investition in KI auf NAV ist eine Übergangslösung, deren Restlaufzeit an der Version hängt.

Die ehrlichere Frage lautet bei NAV deshalb nicht „welche KI“, sondern „wann und wie der Umstieg“. Wer den Wechsel plant, kann die KI-Frage gleich mitdenken: Die Datenbereinigung vor der Migration ist genau die Vorarbeit, die später jeder Agent braucht. Migrationswege und Reihenfolge stehen in ERP-Migration auf Business Central: Wege und Checkliste.

Die eigentliche Entscheidung: Insel oder Cloud-Weg

Wer On-Premises bleibt, braucht dafür einen Grund, der trägt: regulatorische Vorgaben, Standorte ohne verlässliche Anbindung oder tiefe Individualentwicklung, die sich nicht kurzfristig ablösen lässt. Dann ist eine begrenzte KI-Erweiterung mit klarem Zweck der richtige Weg, und man plant sie als das, was sie ist: eine Insel mit eigenen Kosten.

Wer ohnehin über den Umstieg nachdenkt, sollte KI nicht On-Premises nachrüsten, um den Umstieg zu vermeiden. Das kauft Zeit, aber doppelt: einmal für die Insel, einmal später für die Migration. Der bessere Einsatz derselben Mittel ist die Datenbasis: Stammdaten vor der Migration bereinigen, Prozesse klären, Verantwortlichkeiten festlegen. Das ist die Vorarbeit für beide Wege, und sie ist der Teil, den niemand mit einem Update geschenkt bekommt.

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KI nachrüsten, um den Umstieg zu vermeiden, kauft Zeit doppelt. Erst für die Insel, dann für die Migration.

Frank Maier, Gründer von DGP

Häufige Fragen

Kurz nachgefragt

Läuft Copilot in Business Central On-Premises?

Nein. Microsoft stellt Copilot, die Agenten, den Agent Designer und den MCP-Server nur für Business Central online bereit. On-Premises und private Cloud sind ausgenommen, auch gegen Aufpreis gibt es die Funktionen dort nicht.

Wie kommt KI dann in eine On-Premises-Installation?

Über Erweiterungen: eine eigene Extension, die einen externen KI-Dienst anbindet, eine Partnerlösung für On-Premises oder KI-Werkzeuge außerhalb des ERP, die per Schnittstelle auf die Daten zugreifen. Alle drei kosten eigenen Betrieb und eigene Wartung.

Gibt es KI für Dynamics NAV?

Nicht von Microsoft. Was geht, sind Erweiterungen wie bei On-Premises, mit älterer Technik. Jede KI-Investition in NAV ist eine Übergangslösung, deren Wert an der Restlaufzeit der Version hängt.

Lohnt sich die Migration nur wegen der KI?

Selten nur deswegen, aber KI verschiebt die Rechnung. Jede Funktion, die online mit dem Update kommt, muss On-Premises einzeln gebaut und gepflegt werden. Wer den Umstieg ohnehin erwägt, investiert die Mittel besser in die Datenbasis, die beide Wege brauchen.

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