Senior-Beratungsgespräch zu Business Central und ERP bei DGP

Wissen/Antwort

Senior-geführte Antwort · Vor dem Projekt

Worauf kommt es bei der ERP-Auswahl für Vermietbetriebe an?

In der Vermietung ist nicht der Artikel die zentrale Einheit, sondern das Gerät über die Zeit. Systeme, die Verfügbarkeit als Lagerbestand rechnen, geben hier falsche Zusagen.

Frank Maier·Zuletzt aktualisiert: 23.09.2026

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Für Vermietbetriebe entscheidet ein Punkt vor allen anderen: Ihre zentrale Einheit ist nicht der Artikel mit einem Bestand, sondern das einzelne Gerät über die Zeit. Ein Bagger ist nicht „drei Stück auf Lager“, er ist von Dienstag bis Freitag bei Kunde A, danach zwei Tage in der Werkstatt und ab der Woche darauf verfügbar. Jedes System, das Verfügbarkeit als Menge rechnet statt als Kalender, gibt in der Vermietung systematisch falsche Zusagen. Business Central kann das im Standard nicht, es braucht eine Erweiterung. Die eigentliche Auswahlfrage lautet deshalb: welche Teile Ihres Geschäfts gehören in diese Erweiterung, und welche bleiben im Standard, wo sie updatefest sind.

Welche Frage steht vor allen anderen?

Wie hoch ist Ihr Mietanteil am Umsatz, und wie sieht der Rest aus? Die meisten Vermietbetriebe sind Mischbetriebe: Miete, Verkauf von Neu- und Gebrauchtgeräten, Service, Ersatzteile, Verbrauchsmaterial und Transport. Oft steht all das auf einer Rechnung.

Genau daran scheitern viele Auswahlverfahren. Eine reine Vermietlösung bildet den Handel schwach ab, ein reines Handelssystem die Vermietung. Wer den Mischcharakter erst in der Umsetzung entdeckt, baut die fehlende Hälfte nachträglich als Sonderlösung. Fragen Sie deshalb in jeder Demo nach einem Beleg, auf dem Miete, Verkauf und Service gemeinsam stehen, mit korrekter Steuer und korrekter Marge je Position.

Woran die Auswahl in der Vermietung am häufigsten scheitert

  • Verfügbarkeit wird als Bestand geprüft. Das System meldet „verfügbar“, weil das Gerät im Lager geführt ist, und übersieht die Reservierung in vier Wochen. Prüfen Sie das in der Demo an einem Beispiel mit echter Überschneidung, nicht an einem freien Gerät.
  • Die Rückgabe ist nur ein Wareneingang. Zustand, Schaden, Reinigung, Betriebsstunden und Wiedervermietbarkeit entstehen genau hier. Wer sie nicht erfasst, hat später keine Grundlage für Instandhaltung, Schadensabrechnung und Auslastungsrechnung.
  • Die Preislogik ist komplexer als angenommen. Tages-, Wochen- und Monatssätze, Staffeln, Mindestmietzeiten, angebrochene Tage, Saisonzuschläge, Rahmenverträge je Kunde. Wer das nachträglich abbildet, landet bei Preisen, die im Kopf des Disponenten entstehen.
  • Die Zumiete fehlt im Bild. Wenn der eigene Park ausgebucht ist, wird zugemietet. Das ist ein Einkaufsvorgang, der an einem Mietvertrag hängt, und er entscheidet über die Marge des Auftrags. Viele Systeme kennen nur den eigenen Bestand.

Welche Kriterien tragen wirklich?

Das Mietobjekt als eigene Einheit. Mit Seriennummer, Standort, Betriebsstunden, Wartungshistorie, Anschaffungswert und Restbuchwert. Daran hängt später alles: Disposition, Instandhaltung, Auslastung und die Frage, wann ein Gerät verkauft statt weiter vermietet wird.

Ein Belegungskalender, der Disposition erlaubt. Nicht nur eine Anzeige, sondern ein Werkzeug: umbuchen, verschieben, Ersatzgerät stellen, Transporte einplanen. Die Disposition ist in der Vermietung der Arbeitsplatz, an dem das Geld verdient wird.

Wartung nach Betriebsstunden, nicht nach Kalender. Ein Gerät mit 900 Stunden im Quartal braucht einen anderen Rhythmus als eines mit 90. Wenn die Instandhaltung am Kalender hängt, warten Sie entweder zu früh oder zu spät, und beides kostet.

Auslastung als Kennzahl, nicht als Schätzung. Welcher Anteil des Parks war im Quartal vermietet, welche Geräte standen, welche waren dauerhaft in Reparatur? Diese Zahl entscheidet über Investitionen, und sie lässt sich nur führen, wenn Miete, Rückgabe und Werkstatt im selben System laufen.

Das allgemeine Vorgehen mit Kriterien und Checkliste: ERP-Auswahl: Kriterien, Vorgehen und Checkliste

Branchenlösung oder Standard mit Ergänzung?

Die ehrliche Antwort hängt an Ihrem Mietanteil. Liegt er niedrig, sind die Mietzeiten kurz und die Preislogik einfach, dann trägt eine schlanke Ergänzung auf dem Standard, und Sie behalten den vollen Handels- und Serviceumfang von Business Central. Dominiert die Vermietung Ihr Geschäft, mit Wartung nach Betriebsstunden, Zumiete und Rahmenverträgen, dann ist eine spezialisierte Lösung der geradere Weg.

Was in beiden Fällen gilt: Jede Anpassung muss als Erweiterung gebaut sein, die den Kern nicht anfasst. Business Central bekommt in der Cloud zweimal im Jahr eine große Version, und eine Vermietlogik, die im Kern hängt, wird bei jeder Welle zum Thema.

Und ungeachtet des Produkts entscheidet die Datenbasis. Ein Mietpark, dessen Seriennummern, Standorte und Betriebsstunden heute in drei Tabellen und einem Kopf leben, wird durch kein System von allein ordentlich. Diese Arbeit fällt vor dem Projekt an oder teurer während des Projekts.

Warum das so oft unterschätzt wird: Warum scheitert Automatisierung an der Datenqualität?

In der Vermietung ist Verfügbarkeit kein Bestand, sondern ein Kalender. Wer das verwechselt, verspricht Geräte, die längst weg sind.

Frank Maier, Gründer von DGP

Häufige Fragen

Kurz nachgefragt

Kann Business Central Vermietung im Standard abbilden?

Nein. Der Standard kennt Artikel mit Beständen, aber kein Mietobjekt mit Belegungskalender, Nutzungsstunden und Schadenshistorie. Vermietung wird in Business Central über eine Erweiterung aus dem Partnerumfeld abgebildet. Die Auswahlfrage lautet deshalb nicht, ob Sie eine Erweiterung brauchen, sondern welche Teile Ihres Geschäfts in die Erweiterung gehören und welche im Standard bleiben.

Was unterscheidet die Verfügbarkeitsprüfung bei Vermietung vom Handel?

Im Handel fragt das System nach einer Menge, in der Vermietung nach einem Zeitraum. Dasselbe Gerät kann heute frei und in drei Wochen zweifach überbucht sein. Ein System, das Verfügbarkeit als Lagerbestand rechnet, gibt in der Vermietung systematisch falsche Zusagen. Prüfen Sie diesen Punkt in jeder Demo an einem echten Beispiel mit Überschneidung.

Wie wichtig ist die Rückgabe im Prozess?

Sie ist der Punkt, an dem Geld verloren geht. Zustandsprüfung, Schadensbewertung, Reinigung, Betriebsstunden und die Frage, ob das Gerät sofort wieder vermietbar ist, entscheiden über Marge und Auslastung. Wer die Rückgabe nur als Wareneingang bucht, verliert genau die Daten, aus denen später die Instandhaltung geplant wird.

Brauchen wir eine Branchenlösung oder reicht der Standard mit Ergänzung?

Das hängt daran, wie viel Ihres Umsatzes aus Miete kommt. Liegt der Mietanteil unter etwa einem Viertel und sind die Mietzeiten kurz und einfach, trägt eine schlanke Ergänzung. Dominiert die Vermietung, mit Wartungsintervallen nach Betriebsstunden, Zumiete und langfristigen Rahmenverträgen, dann ist eine spezialisierte Lösung der geradere Weg.

Was sollten wir vor der Auswahl klären?

Drei Dinge: wie Ihr Mietpark strukturiert ist, also einzeln seriennummerngeführt oder als Pool; wie Ihre Preislogik wirklich aussieht, mit Staffeln, Mindestmietzeiten und Saison; und wer über eine Zumiete entscheidet, wenn der eigene Park ausgebucht ist. Ohne diese drei Antworten vergleichen Sie Angebote, die Unterschiedliches meinen.

Der größere Rahmen dieser Frage: Welches ERP-System ist das richtige für uns?

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