Senior-Beratungsgespräch zu Business Central und ERP bei DGP

Wissen/Antwort

Senior-geführte Antwort · Betrieb & Weiterentwicklung

Was passiert mit unseren Anpassungen bei jedem Cloud-Update?

Sauber gebaute Erweiterungen überstehen Updates. Der Aufwand entsteht bei allem, was in den Standard hineingreift.

Frank Maier·Zuletzt aktualisiert: 21.09.2026

Inhalt

Ihre Frage im Detail?

Ein senior-geführtes Gespräch bringt Ihre Lage auf den Punkt.

Passende Leistung

BC-Implementierung

Business Central erhält zweimal jährlich ein größeres Update. Anpassungen, die als eigenständige Erweiterung neben dem Standard liegen, laufen dabei in aller Regel weiter. Aufwand entsteht in drei Fällen: wenn eine Erweiterung eine Standardfunktion nutzt, die Microsoft verändert, wenn eine Funktion, die Sie nachgebaut haben, in den Standard wandert, und wenn Ihre Erweiterung nicht gepflegt wird und dadurch veraltet. Der Regelaufwand ist Testen, nicht Reparieren.

Was Anpassungen über die Jahre kosten: Anpassungen am Standard auf Dauer

Wer sich nach dem Go-live kümmert: Weiterentwicklung nach dem Go-live

Wie Updates in Business Central ablaufen

Microsoft liefert zwei größere Releases pro Jahr, dazu laufende Korrekturen. Cloud-Umgebungen werden automatisch aktualisiert, wobei Sie innerhalb eines Zeitfensters mitbestimmen, wann. Vor dem Produktivlauf steht eine Vorschauphase, in der Sie das Update in einer Sandbox mit Ihren eigenen Daten prüfen können.

Technisch werden Anpassungen als Erweiterungen installiert, die neben dem Standard liegen und über definierte Punkte andocken. Das ist der entscheidende Unterschied zu früheren Zeiten, in denen Code direkt im Standard geändert wurde und jedes Update eine Zusammenführung erforderte.

Daraus folgt der Normalfall: Die Erweiterung läuft nach dem Update weiter, und Ihre Arbeit besteht darin, sie zu testen. Der Ausnahmefall ist, dass Microsoft einen genutzten Anknüpfungspunkt ändert. Solche Änderungen werden vorher angekündigt, und genau deshalb lohnt sich der Blick in die Release-Pläne.

Die drei Fälle, in denen wirklich Arbeit entsteht

Der erste Fall ist eine geänderte Grundlage. Wenn Ihre Erweiterung eine Standardfunktion nutzt, die Microsoft umbaut oder abkündigt, muss sie nachgezogen werden. Das ist planbar, weil Abkündigungen mit Vorlauf veröffentlicht werden, und es betrifft in der Praxis wenige Erweiterungen pro Jahr.

Der zweite Fall ist der angenehmste und wird am häufigsten übersehen: Eine Funktion, die Sie vor Jahren nachbauen mussten, ist inzwischen im Standard enthalten. Dann sollten Sie nicht die Erweiterung pflegen, sondern auf den Standard umstellen. Wer das nicht prüft, zahlt dauerhaft für etwas, das es geschenkt gibt.

Der dritte Fall ist mangelnde Pflege. Eine Erweiterung, die niemand über Jahre angefasst hat, sammelt Abhängigkeiten zu alten Verfahren an. Irgendwann wird der Aufwand für ein einzelnes Update größer als ein Neubau. Das ist selten ein Update-Problem und meist ein Betriebsmodell-Problem.

Was Sie vor jedem Update tun sollten

Der wirksamste Schutz ist ein kurzer, immer gleicher Ablauf. Erstens: Release-Plan sichten und prüfen, ob eine angekündigte Änderung Ihre Erweiterungen berührt. Zweitens: Update in der Sandbox einspielen und die kritischen Geschäftsvorfälle durchspielen, nicht nur die Erweiterungen selbst.

Drittens: die Testfälle festhalten, damit der Ablauf beim nächsten Mal schneller geht. In der Praxis sind es meist zwischen zehn und dreißig Vorgänge, die wirklich zählen: Auftrag anlegen, Lieferung buchen, Rechnung schreiben, Zahlung zuordnen, Monatsabschluss, dazu Ihre spezifischen Abläufe.

Dieser Ablauf kostet je Release wenige Personentage und ersetzt die Unsicherheit durch eine Routine. Unternehmen, die ihn haben, erleben Updates als Termin im Kalender. Unternehmen ohne ihn erleben sie als Risiko und schieben sie auf, was die Lage über die Zeit verschlechtert.

Warum Aufschieben keine Option ist

Updates lassen sich in der Cloud nur begrenzt verzögern, und das ist im Ergebnis ein Vorteil. Wer Aktualisierungen über Jahre aussetzt, sammelt einen Rückstand an, der irgendwann nur noch als Projekt abzuarbeiten ist. Genau so entstehen die Situationen, in denen ein technisch aktuelles System plötzlich doch einen großen Umstieg braucht.

Der zweite Grund ist die Funktionsentwicklung. Neue Funktionen, gerade im Bereich KI, kommen über die Releases. Wer nicht aktuell ist, nimmt an dieser Entwicklung nicht teil und entscheidet damit indirekt, dass sein System stehen bleibt.

Der dritte Grund ist Sicherheit. Korrekturen kommen über denselben Weg. Ein System, das aus Angst vor Updates alt bleibt, ist nicht stabiler, sondern angreifbarer.

Der Regelaufwand bei einem Update ist Testen, nicht Reparieren. Wo repariert werden muss, liegt die Ursache meist in der Bauweise.

Frank Maier, Gründer von DGP

Häufige Fragen

Kurz nachgefragt

Gehen unsere Anpassungen bei einem Business-Central-Update verloren?

In aller Regel nicht. Anpassungen liegen als eigenständige Erweiterungen neben dem Standard und laufen nach dem Update weiter. Der Regelaufwand ist das Testen. Arbeit entsteht, wenn Microsoft einen genutzten Anknüpfungspunkt ändert, und das wird vorher angekündigt.

Wie oft wird Business Central aktualisiert?

Zweimal jährlich gibt es ein größeres Release, dazu laufende Korrekturen. Vor dem Produktivlauf steht eine Vorschauphase, in der sich das Update in einer Sandbox mit den eigenen Daten prüfen lässt.

Kann man Updates aussetzen?

Nur begrenzt, und es lohnt sich nicht. Wer Aktualisierungen über Jahre schiebt, sammelt einen Rückstand an, der später nur noch als Projekt abzuarbeiten ist, verpasst neue Funktionen und bleibt bei Sicherheitskorrekturen zurück.

Der größere Rahmen dieser Frage: Nie wieder von vorn: wie ein ERP mit dem Geschäft mitwächst.

Passend dazu

Verwandte Fragen

Wissen

Wie teuer sind Anpassungen am ERP-Standard auf Dauer?

Was eine Anpassung einmalig kostet und was sie in den Jahren danach kostet.

21.09.2026

Lesen

Wissen

Wer pflegt unsere KI-Funktionen nach dem Go-live?

Eigentümerschaft für KI-Funktionen und was bei einem schlechteren Release passiert.

03.08.2026

Lesen

Wissen

Nie wieder von vorn: wie ein ERP mit dem Geschäft mitwächst

Warum Systeme veralten, obwohl sie technisch aktuell sind.

03.08.2026

Lesen

Wo steht Ihr Projekt wirklich?

Sprechen Sie mit einem Senior, nicht mit einem Vertrieb.