Inhalt
Ein senior-geführtes Gespräch bringt Ihre Lage auf den Punkt.
Am 11. Januar 2027 endet der erweiterte Support für Dynamics NAV 2017. NAV 2016 ist seit dem 14. April 2026 ohne Support, NAV 2018 folgt am 11. Januar 2028. Das System bleibt danach lauffähig, aber ohne Sicherheitsupdates, ohne Fehlerbehebung und ohne Hilfe von Microsoft. Für Betriebe mit NAV 2017 heißt das nicht „sofort migrieren“, sondern bis Januar drei Dinge entscheiden: wie lange NAV noch sicher betrieben wird, welcher Weg nach Business Central realistisch ist (technisches Upgrade oder Neuaufbau), und was bis dahin vorbereitet wird, damit das Projekt 2027 nicht unter Zeitdruck startet.
Was am 11. Januar 2027 tatsächlich passiert
Microsoft beendet an diesem Tag den erweiterten Support für Dynamics NAV 2017. Das System schaltet sich nicht ab, die Lizenz bleibt gültig, der Betrieb läuft am 12. Januar wie am 11. Was wegfällt, ist unsichtbar und deshalb gefährlich: Es gibt keine Sicherheitsupdates mehr, keine Fehlerbehebung, keinen Support von Microsoft, und neue gesetzliche Anforderungen kommen nicht mehr per Update ins System. NAV 2016 ist seit dem 14. April 2026 in diesem Zustand, NAV 2018 folgt am 11. Januar 2028.
Für den Betrieb heißt das vier Dinge. Erstens trägt die IT das Sicherheitsrisiko allein, und zwar für ein System, das Zahlungen, Kundendaten und Preise hält. Zweitens fragen Wirtschaftsprüfer, Cyber-Versicherer und Kunden mit Lieferantenbewertung zunehmend nach unterstützten Systemen; ein ERP ohne Herstellersupport ist dort ein Befund, kein Detail. Drittens wird der Partner-Support dünner, weil die Entwickler, die C/AL noch beherrschen, weniger werden. Viertens bleibt KI außen vor: Copilot und Agenten gibt es nur in Business Central Online, für NAV kommt nichts mehr.
Drei Entscheidungen bis Januar
Zehn Wochen reichen nicht für eine Migration, aber sie reichen für drei Entscheidungen, die den Unterschied zwischen einem geordneten Projekt 2027 und einem Projekt unter Zeitdruck machen:
- Wie lange NAV 2017 noch sicher betrieben wird. Netzsegmentierung, Zugriffe, Backups und ein fester Termin, bis zu dem das System vom Netz muss. Das ist eine Entscheidung der Geschäftsführung, keine der IT, weil sie das Risiko trägt.
- Welcher Weg nach Business Central realistisch ist. Standardnahes NAV lässt sich technisch upgraden. Stark angepasstes NAV mit viel C/AL-Code nicht, dort ist der Weg ein Neuaufbau in AL mit bewusster Entscheidung, was mitkommt. Woran Sie das erkennen, steht in Dynamics NAV auf Business Central: technisches Upgrade oder ehrlicher Umbau?
- Was bis zum Projektstart vorbereitet wird. Anpassungen inventarisieren (was davon deckt der Standard heute ab?), Stammdaten messen (Dubletten, leere Pflichtfelder, inaktive Sätze) und einen Entscheider mit Zeit benennen. Diese Vorarbeit verkürzt das Projekt um Wochen und kostet keine Lizenz.
Was ein knapper Zeitrahmen noch hergibt
Eine Einführung nah am Standard dauert drei bis vier Monate, der häufigste Mittelstandsfall mit Altsystem-Ablösung sechs bis neun; die Spannen und ihre Bedingungen stehen in Wie lange dauert eine Business-Central-Einführung wirklich? Wer jetzt startet, ist also nicht vor dem Stichtag fertig, und das ist auch nicht nötig. Nötig ist, dass die Übergangszeit bewusst entschieden ist: Betrieb absichern, Projekt sauber aufsetzen, Go-Live im zweiten oder dritten Quartal 2027 statt unter Druck im Januar.
Der teuerste Fehler in dieser Lage ist ein technisches Upgrade „damit wir supportet sind“, das die alten Anpassungen und die alten Datenfehler eins zu eins mitnimmt. Das kauft ein unterstütztes System mit allen bekannten Problemen und verschiebt das eigentliche Projekt um zwei Jahre. Die ehrliche Frage vor dem Upgrade ist deshalb nicht „wie schnell“, sondern „was kommt mit“, und die ist in einer Bestandsaufnahme von wenigen Tagen beantwortet.
Quelle: Microsoft Lifecycle: Dynamics NAV 2017
Kurz nachgefragt
Läuft Dynamics NAV 2017 nach dem 11. Januar 2027 weiter?
Ja. Das System und die Lizenz bleiben, es gibt nur keine Sicherheitsupdates, keine Fehlerbehebung und keinen Support von Microsoft mehr. Das Risiko trägt ab dann allein der Betrieb.
Reicht ein technisches Upgrade von NAV 2017 auf Business Central?
Bei standardnahem NAV ja. Bei viel C/AL-Code nicht: Dort wird aus dem Upgrade ein Neuaufbau in AL, und die Entscheidung, welche Anpassung mitkommt, ist die eigentliche Arbeit.
Was sollte ein NAV-2017-Betrieb bis Januar 2027 erledigt haben?
Drei Entscheidungen: wie lange NAV noch sicher läuft, welcher Weg nach Business Central passt und was bis zum Projektstart vorbereitet wird (Anpassungen inventarisiert, Stammdaten gemessen, Entscheider benannt). Die Migration selbst startet danach geordnet.
Der Weg im Detail: Dynamics NAV auf Business Central: technisches Upgrade oder ehrlicher Umbau?
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