
Wer steuert eigentlich Ihr Business-Central-Projekt, wenn es hart wird?
Governance in einer Business-Central-Transformation ist eine eigene Disziplin, kein Nebenprodukt des Projektplans.
Inhalt
Ein senior-geführtes Gespräch bringt Ihre Lage auf den Punkt.
Governance in einer Business-Central-Transformation ist eine eigene Disziplin, kein Nebenprodukt des Projektplans. Sie entscheidet über Scope, Priorisierung und Datenhoheit. Konkret geht es um drei Dinge: klare Entscheidungswege, ein benanntes Zielbild und eine Person, die bei Zielkonflikten verbindlich entscheidet, etwa Termin gegen Datenqualität gegen Scope. Fehlt der dritte Punkt, bleiben die ersten beiden wirkungslos, weil dann niemand den Konflikt auflöst. In BC-Projekten verschiebt sich die Steuerung sonst still zum Umsetzer, weil dort das Detailwissen sitzt. Das passiert ohne böse Absicht, es ergibt sich daraus, dass Entscheidungen dort fallen, wo das Wissen liegt. Der Preis ist die Kontrolle über Scope und Roadmap. In den meisten Projekten besetzt niemand diese Rolle senior genug, und genau dort entstehen später die teuren Kurskorrekturen.
Was bedeutet Governance konkret?
Governance ist einer der Begriffe, die viel bedeuten und wenig sagen. Konkret geht es um drei Dinge: klare Entscheidungswege, ein benanntes Zielbild und eine Person, die bei Zielkonflikten verbindlich entscheidet. Fehlt der dritte Punkt, bleiben die beiden ersten wirkungslos, weil dann niemand den Konflikt auflöst.
- Governance heißt: klare Entscheidungswege, ein benanntes Zielbild und jemand, der bei Zielkonflikten (Termin gegen Datenqualität gegen Scope) verbindlich entscheidet, nicht der Implementierungspartner nebenbei.
- In BC-Projekten verschiebt sich Steuerung sonst still zum Umsetzer, weil dort das Detailwissen sitzt. Das kostet Sie die Kontrolle über Scope und Roadmap.
Diese Verschiebung passiert ohne böse Absicht. Sie ergibt sich daraus, dass Entscheidungen dort fallen, wo das Wissen sitzt, und das Detailwissen wandert im Projektverlauf zwangsläufig zum Umsetzer.
An welchen Artefakten erkennen Sie Governance?
Governance lässt sich nicht behaupten, sondern nur an Artefakten zeigen. Vier reichen als Prüfung, und alle vier können Sie in einem Meeting einsehen, ohne technisches Detailwissen zu brauchen.
- Konkrete Artefakte: Entscheidungslog, ein nach Geschäftswert priorisierter Backlog, definierte Abnahmekriterien pro Modul, ein Data-Owner je Stammdatendomäne.
- Steuerung bleibt auf Ihrer Seite, mit Business Central als Heimat: DGP moderiert die Entscheidungen, trifft sie aber nicht für Sie.
- Senior-Besetzung heißt: jemand, der Change Requests, Lizenzlogik und Prozesskompromisse einordnen kann, bevor sie im Go-Live auffallen.
Das aussagekräftigste ist das Entscheidungslog, und zwar nicht weil es existiert, sondern weil dort die verworfenen Alternativen stehen. Wenn Sie nicht sicher sagen können, wer bei Ihnen den nächsten Zielkonflikt verbindlich entscheidet, lassen Sie uns genau das in einem Gespräch klären.
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Wenn niemand die Governance senior besetzt, wandert die Steuerung still zum Umsetzer. Genau dort entstehen die teuren Kurskorrekturen.
Frank Maier, Gründer von DGP
Häufige Fragen
Wer steuert das ERP-Projekt, wenn es hart wird?
In der ruhigen Phase steuert die Projektleitung. Die eigentliche Frage stellt sich erst, wenn zwei Bereiche unterschiedliche Anforderungen haben, wenn ein Termin nicht mehr zu halten ist oder wenn das Budget nicht reicht. Dann zeigt sich, ob jemand entscheiden darf oder ob alle nur berichten. Wer ein ERP-Projekt steuert, erkennt man nicht am Organigramm, sondern daran, wessen Entscheidung am Ende gilt und wie lange es dauert, bis sie fällt.
| Rolle | Entscheidet über | Entscheidet nicht über | Übliche Reaktionszeit |
|---|---|---|---|
| Geschäftsführung | Budget, Zielbild, Prioritäten zwischen Bereichen | fachliche Detaillösungen | Tage bis Wochen |
| Lenkungsausschuss | Umfang, Termine, Eskalationen | Tagesgeschäft im Projekt | bis zur nächsten Sitzung |
| Projektleitung | Reihenfolge, Ressourcen im Rahmen | Budget und Umfang | Stunden bis Tage |
| Fachbereich | fachliche Regeln im eigenen Prozess | Regeln anderer Bereiche | Stunden bis Tage |
Die vierte Spalte ist die wichtigste. Ein Projekt gerät nicht in Schieflage, weil falsch entschieden wird, sondern weil zu lange nicht entschieden wird. Wenn eine offene Frage länger als zwei Wochen auf eine Antwort wartet, ist das kein Terminproblem, sondern ein Steuerungsproblem.
Kurz nachgefragt
Reicht ein interner Projektleiter für Governance?
Nur, wenn er Zielkonflikte verbindlich entscheiden darf und BC-Mechanik genug versteht, um Trade-offs zu bewerten. Fehlt beides, bleibt Steuerung Theorie.
Übernimmt der Implementierungspartner nicht die Steuerung?
Er steuert die Umsetzung, nicht Ihre Prioritäten. Diese Trennung sauber zu halten, ist die eigentliche Governance-Aufgabe.
Wie viel Zeit kostet gute ERP-Governance die Geschäftsführung wirklich?
Weniger als eine Krise: typischerweise ein fester Termin je Monat plus Erreichbarkeit für Eskalationen. Entscheidend ist nicht die Stundenzahl, sondern dass Entscheidungen dort fallen, wo die Befugnis liegt, und zwar zeitnah.
Der größere Rahmen dieser Frage: ERP-Einführung: Phasen, Vorgehen und Checkliste.
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