Senior-Beratungsgespräch zu Business Central und ERP bei DGP

Wissen/Antwort

Senior-geführte Antwort · Migration

Wie stelle ich mein ERP auf Business Central um, ohne die alten Fehler mitzunehmen?

Es gibt nicht den einen Umstellungsweg. Er beginnt mit einer ehrlichen Frage: woher kommen Sie?

Frank Maier·Zuletzt aktualisiert: 03.08.2026

Inhalt

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Es gibt nicht den einen Umstellungsweg. Er hängt vom Ausgangssystem ab: Dynamics NAV, AX, Infor, Sage, SAP oder AS/400 verlangen je eigene Strategie. Gemeinsam bleibt die Reihenfolge: erst Datenbasis und Prozesse klären, dann migrieren, dann automatisieren. Wer diese Reihenfolge dreht, baut auf Sand.

Der Datenteil des Umstiegs im Detail: Datenmigration nach Business Central

Warum ist die erste Frage nicht wie, sondern woher?

Bevor irgendjemand ein Projekt plant, gehört eine ehrliche Bestandsaufnahme an den Anfang: Aus welchem System kommen Sie, wie tief ist es angepasst, wie sauber sind die über Jahre gewachsenen Daten? Aus dieser Antwort ergibt sich der Weg, nicht aus einem Standardvorgehen.

  • Aus Dynamics NAV: oft ein Upgrade-Pfad, aber bei stark angepasstem C/AL-Code kein reines technisches Upgrade, sondern ein bewusster Umbau nach AL.
  • Aus Dynamics AX: kein 1:1-Umstieg, sondern ein Produktwechsel mit bewusster Entscheidung, was mitkommt.
  • Aus Infor oder Sage: die Datenmigration ist die eigentliche Arbeit, nicht die Installation.
  • Aus SAP: BC kann die tragfähigere Heimat im Mittelstand sein, wenn S/4 überdimensioniert wäre.
  • Aus AS/400 (IBM i): sauber ersetzen statt integrieren, gerade bei undokumentierten Alt-Daten.

Quelle: Microsoft Learn: Deployment of Dynamics 365 Business Central

Warum rettet das neue System Ihre Daten nicht?

Über alle diese Wege hinweg gilt derselbe Grundsatz: Business Central bereinigt keine gewachsenen Fehler, es macht sie sichtbar. Deshalb kommt das Fundament, also bereinigte Stammdaten und geklärte Prozesse, immer vor dem Termin.

Wer erst migriert und danach aufräumen will, zementiert die alten Probleme in einer Oberfläche, die sie unbarmherzig anzeigt. Der Effekt ist paradox und in Projekten regelmäßig zu beobachten: Das neue System gilt als schlechter, obwohl es korrekt rechnet, weil es falsche Eingaben korrekt verarbeitet und sichtbar macht.

Vier Zahlen je Datenobjekt reichen als Vorprüfung: Dublettenquote, Anteil vollständiger Pflichtfelder, Anteil inaktiver Stammsätze und Alter der letzten Pflege. Danach wissen Sie, ob die Basis trägt, und zwar belegt statt gefühlt. Diese Messung dauert wenige Tage und verändert erfahrungsgemäß regelmäßig den Projektplan.

Warum macht senior-geführt den Unterschied?

Bei echter Komplexität entscheidet Erfahrung, welcher Altprozess in den Standard zurückgeführt und welcher über eine Extension erhalten wird. Diese Abwägung lässt sich nicht an eine Checkliste delegieren, weil sie den Geschäftswert gegen die Wartungskosten über viele Jahre abwägen muss.

Der Unterschied zeigt sich nicht am Konzept, sondern an der Zahl der Sonderwege, die es am Ende tatsächlich ins System schaffen. Wer jede Anforderung entgegennimmt, produziert ein System, das in drei Jahren wieder ein Altsystem ist, nur mit neuerer Oberfläche. Die Zahl der Sonderwege im fertigen System ist damit die ehrlichste Kennzahl für die Qualität der Steuerung.

Die Steuerung bleibt auf Ihrer Seite, mit Business Central als Heimat. Bevor Sie einen Weg festlegen: Vereinbaren Sie ein Erstgespräch, in dem wir Ihr Ausgangssystem einordnen und den ehrlichen Umstellungsweg zeigen.

Business Central im Alltag: dieselbe Datenbasis auf jedem Gerät.

Das neue System rettet Ihre Daten nicht, es zeigt jeden Fehler. Deshalb kommt das Fundament vor dem Termin.

Frank Maier, Gründer von DGP

Häufige Fragen

Kurz nachgefragt

Hängt der Umstellungsweg wirklich vom Altsystem ab?

Ja. NAV, AX, Infor, Sage, SAP und AS/400 verlangen je eigene Strategie. Gemeinsam bleibt nur die Reihenfolge: erst Fundament, dann Migration, dann Automatisierung.

Kann jedes ERP auf Business Central umgestellt werden?

Grundsätzlich ja, auch SAP. Entscheidend ist nicht die technische Machbarkeit, sondern die ehrliche Frage, was mitkommt und was bewusst zurückbleibt.

Was sollte vor dem Umstellungsprojekt auf Business Central fertig sein?

Drei Dinge: bereinigte Stammdaten mit Verantwortlichen, dokumentierte Kernprozesse mit gewollten Änderungen und eine Entscheidungsstruktur mit Takt. Wer das vorzieht, verkürzt das Projekt und senkt das Risiko messbar.

Der größere Rahmen dieser Frage: ERP-Migration auf Business Central: Wege und Checkliste.

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