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AS/400 ablösen: sauber ersetzen statt ewig integrieren

Eine Brücke zur AS/400 verlängert nur die Abhängigkeit. Der ehrlichere Weg ist ein anderer.

Frank Maier·Zuletzt aktualisiert: 03.08.2026

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Eine AS/400 (IBM i) lässt sich an Business Central anbinden, aber das verlängert nur die Abhängigkeit. Der ehrlichere Weg ist ersetzen, nicht integrieren. Die eigentliche Herausforderung sind nicht die Schnittstellen, sondern die über Jahrzehnte gewachsenen, oft undokumentierten Daten und die Geschäftslogik, die niemand mehr vollständig kennt.

Warum ersetzen statt integrieren?

Eine AS/400 als dauerhaftes Backend hinter BC zu halten, konserviert genau das System, das Sie ablösen wollten, samt Wartungsrisiko und schwindendem Know-how. Integration ist bestenfalls eine Brücke auf Zeit und niemals ein Ziel, auch wenn sie sich im Projekt so anfühlt.

Jede Schnittstelle, die Sie heute bauen, ist eine Abhängigkeit, die Sie morgen pflegen müssen. Und sie wird gepflegt von Menschen, die die Alt-Plattform noch verstehen, was in den kommenden Jahren die knappste Ressource in diesem Feld ist.

Der ehrliche Umgang damit ist eine Datumsentscheidung: Wenn eine Brücke nötig ist, gehört sie mit einem Abschaltdatum versehen und einem Verantwortlichen, der dieses Datum verteidigt. Ohne Datum wird aus der Brücke ein Dauerzustand, und der ist teurer als die Ablösung gewesen wäre, weil Sie dann zwei Systeme betreiben und pflegen, statt eines abzuschalten.

Warum sind die Daten das Kernproblem?

RPG- oder COBOL-gewachsene Anwendungen tragen Logik in Feldern, deren Bedeutung nur noch mündlich existiert. Datenstrukturen ohne Dokumentation, Sonderfälle ohne hinterlegte Regel, Felder, die seit Jahren für etwas anderes genutzt werden. Der technische Ladevorgang ist beherrschbar und gut gestützt, das Rekonstruieren dieser Bedeutung ist der unterschätzte Block, und er braucht erfahrene Menschen statt zusätzlicher Werkzeuge.

  • Erst die tatsächlich genutzten Daten und Prozesse kartieren, nicht die vermuteten.
  • Dann Bedeutung rekonstruieren und Regeln definieren, bevor gemappt wird.
  • Mappen, validieren und in Testläufen mit echten Daten laden, nicht mit Musterdaten.
  • Nicht alles gehört ins Live-System: Jahrzehnte Historie werden getrennt. Was das Tagesgeschäft braucht, kommt live, der Rest in ein sauberes Archiv.

Quelle: Microsoft Learn: Set up company configuration packages

Wie hoch ist der Aufwand ehrlich betrachtet?

Wer das Rekonstruieren undokumentierter Alt-Logik übergeht, migriert Blindstellen in ein neues System. Der Aufwand dafür lässt sich nicht aus der Datenmenge ableiten, sondern ausschließlich aus dem Dokumentationsstand der Altanwendung, und der ist bei AS/400-Landschaften regelmäßig der schlechteste Teil des Projekts.

Bei echter Komplexität entscheidet Erfahrung, welche Sonderfälle noch gelebt werden und welche längst tot sind. Diese eine Unterscheidung spart mehr Aufwand als jedes eingesetzte Werkzeug, denn jeder mitgenommene tote Sonderfall kostet Mapping, Test und späteren Betrieb, und niemand traut sich anschließend, ihn wieder aus dem System zu entfernen.

Die Steuerung bleibt auf Ihrer Seite, mit Business Central als Heimat. Bevor Sie eine Schnittstelle bauen, die Sie nie wieder loswerden: Lassen Sie uns Ihre AS/400-Daten ansehen und den ehrlichen Ablöseweg zeigen.

Wer das Rekonstruieren undokumentierter Alt-Logik übergeht, migriert Blindstellen in ein neues System.

Frank Maier, Gründer von DGP

Häufige Fragen

Kurz nachgefragt

Sollten wir die AS/400 an Business Central anbinden oder ganz ablösen?

In den meisten Fällen ablösen. Eine dauerhafte Anbindung konserviert das Altsystem samt Wartungsrisiko und schwindendem Know-how. Integration ist bestenfalls eine Brücke auf Zeit.

Was ist bei AS/400-Daten die eigentliche Schwierigkeit?

Nicht der technische Ladevorgang, sondern das Rekonstruieren undokumentierter Alt-Logik: Felder mit mündlich überlieferter Bedeutung, Sonderfälle ohne Regel, jahrzehntelang gewachsene Strukturen.

Wie lange dauert die Ablösung einer AS/400 durch Business Central?

Realistisch sind neun bis achtzehn Monate, je nach Umfang der gewachsenen Programme und der Datenqualität. Der größte Zeitfaktor ist selten die Technik, sondern das Rekonstruieren von Logik, die nur noch im Code der AS/400 dokumentiert ist.

Der größere Rahmen dieser Frage: ERP-Migration auf Business Central: Wege und Checkliste.

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